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Werdegang eines Pontoniers
Erzählung von Peter Hugentobler (14 Jahre alt)
Meine ersten Trainingsstunden waren von Unsicherheit geprägt. Obschon wir uns in einem ruhigen Flussabschnitt befanden, schaukelte der Boden unter meinen Füssen ständig. Als ich diese Unsicherheit verlor, riss mich dieser Sport in den Bann.
In kleinen Schritten begann ich das rudern als Vorderfahrer zu erlernen. Einfache Parcours wurden ausgesteckt und die Strecke zusammen mit einem Leiter oder einem erfahrenen Jungpontonier abgefahren. Auf Fehler wurde ich aufmerksam gemacht und konnte somit das Training dank hilfreichen Tipps optimieren. Schon bald konnte ich ohne Hilfe des Leiters meine Ruderschläge ausüben. Die Bewegungen meines Körpers wurden spürbar dynamischer. Nun hiess es mit einem regelmässigen Training, Bewegungen, Kraft und Technik zu vereinen.
Schritt für Schritt begriff ich nun auch die Bewertung eines Parcours, die streng, und nach einem komplexen Wettkampfreglement beurteilt wird. Als ich nun die Position als Vorderfahrer in groben Zügen im Griff hatte, begann ich die Aufgaben eines Steuermanns zu erlernen. Mit dem bereits erlernten hatte ich die besten Voraussetzungen dazu. Der Steuermann ist im hintern Teil des Weidlings positioniert und wie der Name schon sagt, ist er derjenige der das Schiff steuert. Ich musste lernen die Ruderschläge meinem Vorderfahrer anzupassen, damit das Optimum an Leistung erzielt werden kann. Auch lernte ich, dass es möglich ist, feinere Richtungsänderungen durchzuführen in dem man seine Körperhaltung verändert. Am meisten mühe bereitete mir das Schwellen. Dies ist eine Art Bremsbewegung mit dem Ruderblatt. Ich benötigte etwas Zeit bis ich diese Technik beherrschte. Doch das war noch lange nicht das Ende der Ausbildung. Der Steuermann gibt sämtliche Befehle für grobe Richtungsänderungen, Wechsel vom Ruder zum Stachel oder umgekehrt. Am Anfang schien mir dieser Posten des Steuermanns zu schwierig, doch der Reiz, und der Stolz ein Schiff zu steuern war gross.
Das Training besuchte ich regelmässig zusammen mit meinem Vorderfahrer. Es war wichtig dass wir viel miteinander üben konnten. Den der Steuermann muss seinen Partner kennen und wissen wie er in gewissen Situationen reagiert. Viel Erfahrung braucht ein Pontonier auch um die Wasserkraft einschätzen zu können. Ich musste lernen mit dem Element Wasser umzugehen, das heisst die Wasserkraft im richtigen Moment zu nutzen, und in anderen Situationen bereit zu sein dem Strom Herr zu werden.
Doch nicht nur das Rudern gehörte zur Ausbildung. In den Trainingslektionen der Jungpontoniere wurde uns auch die Technik der Seilverbindungen beigebracht. Seilverbindungen und Knoten gehören zum Alltag eines Pontoniers. Oft müssen Schiffe belegt oder zusammengebunden werden.
Zu einem weiteren Höhepunkt, neben den Wettkämpfen und dem Lager, gehörte die Prüfung. Sie wurde am Ende der Saison, meist zusammen mit einem Nachbarverein durchgeführt. Es gab drei verschiedene Prüfungen, sie wurden bezeichnet mit Kurs I-III, und hatten den entsprechenden Schwierigkeitsgrad. An einem Samstagnachmittag mussten wir einem Experten unser im verlaufe der Saison gelerntes vorzeigen. Drei verschiedene Posten mussten bewältigt werden. Zum einen die Technik des Rudern, dann die Seilverbindungen und zuletzt das werfen eines 12 Meter langen Spanntaus. Letzteres allerdings nur für die Absolventen vom Kurs III. Ich bestritt nach der ersten Saison den Kurs I, und die nachfolgenden Jahre immer eine Prüfungsstufen höher. Folge dessen hatte ich nach drei Jahren die Grundausbildung des Pontoniersports beendet.
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